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Isterburger Kanal und Schleusen an den Fluessen Pregolia/Pregel und Lawa/Alle

 
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Isterburger Kanal und Schleusen an den Fluessen Pregolia/Pregel und Lawa/Alle

Der Entwicklung der Schifffahrt auf den Fluessen Pregel und Alle/Lawa schenkte man immer grosse Aufmerksamkeit. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gueter hauptsaechlich auf den Wasserwegen durchgefuehrt. Insterburg/Tschernjachowsk war Hauptumschlagpunkt (Haptlagerstaette) fuer Getreide aus Russland. Aber in der zweiten Haelfte des 19. Jahrhunderts wurde die Vorherrschaft von der stuermisch entwickelnden Eisenbahn uebernommen. Trotzdem hat die ostpreussische Regirung bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein kostspieliges Projekt, das die Schfffahrt gruendlich verbessern sollte, angenommen. Im Projekt wurde der Bau eines schiffbaren Kanals bei Insterburg und fuenf Schleusen an der in navigatorischer Beziehung schwersten Kanalstrecke zwischen Wehlau/Znamensk und Schwegerau/Saowraschnoje vorgesehen. Die wurden in den Jahren 1921-26 errichtet.

Der Insterburger Kanal war 4 km lang und 7 m breit. Er hatte seinen Anfang bei Gaitzuhnen/Nowaja Derewnja und das Ende im Zentrum Insterburgs an der Angrerapp-Bruecke. Fuer die Erhaltung des noetigen Wasserstandes im Kanal wurde an der Angerapp ein Staudamm angelegt. Der Hafen selbst bestand aus einer Betonanlegestelle und einem langen Speichergebaeude. Zum Anlegeplatz wurde eine Eisenbahnstrecke und zwei Bruecken ueber den Kanal gebaut. Bekanntlich verkehrte in der Vorkriegszeit ein Fracht-und Fahrgastdampfer "Instrburg" im Kanal.

Die Schleusen am Pregel/Pregolja wurden errichtet: № 1 - Wehlau/Znamensk, № 2 - Taplacken/Talpaki, № 3 - Woynothen/Schluesnoje, № 4 - Norkitten/Meschduretschje, № 5 - Schwegerau/Saowraschnoje. Die Massen der Schleusenschaechten waren vereinheitlicht: Breite - 7 m, Laenge -45 m. Die Umfuehrungskanaele hatten bewegliche Wehre. Fuer die Bedienung und den Aufsicht der Schleuse baute man neben jeder Schleuse ein Haus fuer den Schleusenaufseher.

Warscheinlich wurde auch in jener Zeit ein Damm und eine Schleuse an der Muendung der Alle/Lawa in den Pregel im Suedteil Wehlaus/Znamensks (im alten Stadteil Allenberg) erbaut. Seit dem Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts sind leider alle obenerwaehnten hydrotechnischen Anlagen nicht mahr in Betrieb. Als Folge dessen verfallen sie leider.